{"id":518,"date":"2022-07-07T12:41:33","date_gmt":"2022-07-07T10:41:33","guid":{"rendered":"https:\/\/gemeinsam-kaempfen.de\/?p=518"},"modified":"2022-08-24T16:14:07","modified_gmt":"2022-08-24T14:14:07","slug":"wir-wollten-die-stimmen-aus-efrin-in-die-welt-schicken-komina-film-a-rojava-die-filmkommune-rojava-in-serekaniye","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gemeinsam-kaempfen.de\/?p=518","title":{"rendered":"\u201cWir wollten die Stimmen aus Efr\u00een in die Welt schicken\u201d   Kom\u00eena F\u00eelm a Rojava &#8211; Die Filmkommune Rojava in Ser\u00eakaniy\u00ea"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>18.12.2018<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Wir verbringen den Nachmittag im Haus der Filmkommune in Ser\u00eakaniy\u00ea. Es gibt einen gr\u00fcnen Innenhof mit Granat\u00e4pfelb\u00e4umen und alte Kinostuhlreihen dienen als Sitzgelegenheiten in der Mitte des kleinen Gartens.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"225\" src=\"https:\/\/gemeinsam-kaempfen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/73.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-443\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Wir sprechen mit Sevinaz Evdike, die in Ser\u00eakaniy\u00ea aufwuchs, nach Bakur ging, um Film zu studieren und danach wieder nach Ser\u00eakaniy\u00ea zur\u00fcckkam, um hier etwas mit Film zu machen. Im Juli 2015 wurde die Filmkommune Rojava gegr\u00fcndet. Mittlerweile sind 13 Menschen aus unterschiedlichen L\u00e4ndern in der Kommune aktiv.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>An den Hausw\u00e4nden h\u00e4ngen Poster f\u00fcr das diesj\u00e4hrigen 1. Internationalen Filmfestival von Koban\u00ea, <em>Mihr\u00eecana F\u00eelm<\/em> a <em>Koban\u00ea<\/em> <em>ya Navnetew\u00ee<\/em> welches vom 13. bis 19. November in f\u00fcnf verschiedenen St\u00e4dten und in vier Fl\u00fcchtlingscamps von Rojava und Nordsyrien stattfand. 89 internationale Filme wurden gezeigt, erz\u00e4hlt uns Sevinaz. Aus allen Teilen Kurdistans, Europas, Afrikas und aus Lateinamerika h\u00e4tten Filmemacher*innen ihnen Filme zugeschickt. \u201cF\u00fcnf Tage haben wir uns eingeschlossen und von morgens um acht bis nachts um vier durchg\u00e4ngig Filme geguckt und ausgew\u00e4hlt.\u201d Mit acht Leuten haben sie alle Filme \u00fcbersetzt und gedubbt (mit Kurdisch \u00fcbersprochen). Dies war notwendig, da wenige Menschen hier Fremdsprachen verstehen und Untertitel in Arabisch und Kurdisch zu schwierig gewesen w\u00e4ren. Wir sind beeindruckt. Mit einer grossen Energie erz\u00e4hlt Sevinaz weiter. Momentan arbeiten sie an zwei Projekten. Eines handelt vom Widerstand in Koban\u00ea und das andere behandelt die Angriffe auf das ezidische Siedlungsgebiet \u015eengal. Es gibt in Koban\u00ea einen Ableger der Filmkommune, welche die Arbeiten dort realisiert. \u201cDie Gruppe in Koban\u00ea hat nach der Besetzung von Efr\u00een die Filme von lokalen Filmemacher*innen aus Efr\u00een gezeigt, die nun in den Camps in \u015eehba leben. Wir wollten die Stimmen aus Efr\u00een in die Welt schicken. Viele Menschen, die aus Efr\u00een nach Koban\u00ea fliehen mussten, sind zu diesem Event gekommen und es war eine sehr emotionale und ber\u00fchrende Veranstaltung\u201d, berichtet Sevinaz weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir fragen nach der Kunstakademie im Kanton Ciz\u00eer\u00ea, von der wir geh\u00f6rt hatten. Sie sei in Tibespiy\u00ea bei Qami\u015flo und man k\u00f6nne dort Theater, Literatur, Film, Folkloretanz und Musik studieren, erz\u00e4hlt Sevinaz. Die Filmkommune sei zust\u00e4ndig f\u00fcr den Filmbereich und gebe die Unterrichtsstunden. Im ersten Jahr kamen Lehrende von ausserhalb Rojavas, aber durch das Embargo und die geschlossenen Grenzen komme niemand mehr herein und sie machen den Unterricht nun selbst. \u201cAlle ab 16 Jahren k\u00f6nnen mitmachen. Sie haben am Anfang einen einmonatigen Einf\u00fchrungskurs in Kameratechnik und danach k\u00f6nnen sich die Student*innen entscheiden, ob sie die anderthalbj\u00e4hrige Ausbildung beginnen wollen. Viele merken erst dann, welch harte Arbeit das ist und springen dann wieder ab. Hier in Ser\u00eakaniy\u00ea geben wir manchmal Workshops und es wird haupts\u00e4chlich synchronisiert. In Qami\u015flo ist das Hauptb\u00fcro, wo wir selbst Filme produzieren und uns mit anderen Filmemacher*innen vernetzen\u201d, erkl\u00e4rt sie weiter.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-cover is-light\"><span aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-cover__background has-background-dim\"><\/span><img decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"576\" class=\"wp-block-cover__image-background wp-image-441\" alt=\"\" src=\"https:\/\/gemeinsam-kaempfen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/71.jpg\" data-object-fit=\"cover\" srcset=\"https:\/\/gemeinsam-kaempfen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/71.jpg 768w, https:\/\/gemeinsam-kaempfen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/71-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><div class=\"wp-block-cover__inner-container is-layout-flow wp-block-cover-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-text-align-center has-large-font-size\"><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Wir h\u00f6ren gespannt Sevinaz\u2019 Ausf\u00fchrungen \u00fcber die Geschichte der Kinokultur in Syrien zu. Die Kinos\u00e4le verwandelten sich im Laufe der Regimezeit in Nachtclubs und Hochzeitss\u00e4le, bis in den 1980er Jahren von einer Kinokultur fast nichts mehr \u00fcbrig blieb. Die wenigen Filmemacher*innen die es in Rojava gab, gingen vor langer Zeit fast alle nach Europa und machten dort ihre Filme. \u201cSie zeigen aber nicht die Leute von Rojava und ihre Kultur. Ihr Blick ist immer einer von au\u00dfen.\u201d Das Ziel der Filmkommune hingegen sei, die lokale Film- und Kinokultur wieder zu st\u00e4rken. \u201cWir wollen Filme f\u00fcr die Menschen hier machen, die sie verstehen und m\u00f6gen. Langfristig wollen wir auch Bildungsarbeit mit unseren Filmen machen, f\u00fcr Schulen beispielsweise. Au\u00dferdem ist es uns wichtig ein Zeichen nach au\u00dfen zu senden, dass es k\u00fcnstlerisches Leben in Rojava gibt\u201d, so Sevinaz.<\/p>\n\n\n\n<p>Alberto, ein spanischer Freund, der seit einem Jahr in der Filmkommune mitarbeitet, setzt sich mit zu uns und erz\u00e4hlt, dass besonders die Kinder viel Spa\u00df an den Filmen h\u00e4tten. So oft sie k\u00f6nnen zeigen sie an \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen in Stadtteilen, D\u00f6rfern, \u00fcberall, wo sich eine Wand als Hintergrund anbietet, verschiedenste Filme. Je nachdem, was sich die Menschen w\u00fcnschen. Sofort w\u00fcrde sich immer eine Kindertraube um sie herum bilden. Vor allem in den Fl\u00fcchtlingscamps, die sie regelm\u00e4\u00dfig mit dem Kinoequipment besuchen, werden sie sehns\u00fcchtig von den Kindern erwartet. Vor allem Animationsfilme und Cartoons sind hoch im Kurs, schmunzelt Alberto.<\/p>\n\n\n\n<p>Sevinaz erz\u00e4hlt von ihrem letzten selbst gedrehten Kurzfilm \u201cHome\u201d, den sie in Raqqa kurz nach dem Krieg drehte. Sie wollte damit das Leben der Gesellschaft, besonders das der Kinder, nach dem Krieg darstellen. Als sie in Raqqa drehten, war die Stadt fast wie ausgestorben und immer noch v\u00f6llig \u00fcbers\u00e4t von Minen, die Daesh zur\u00fcckgelassen hatte. \u00dcber Kontakte haben sie Familien ausfindig machen k\u00f6nnen, die Lust hatten in diesem Film mitzuwirken. Wir bitten sie, ihn uns zu zeigen und machen es uns um den Bildschirm gem\u00fctlich. \u201cHome\u201d ist ein sehr \u00e4sthetischer Film mit einer sehr lebendigen Bildsprache. Besonders der Kontrast der v\u00f6llig zerst\u00f6rten Stadt mit ihren grauen Ruinen und dem wieder neu entstehendem Alltagsleben ihrer Bewohner*innen sticht ins Auge.<\/p>\n\n\n\n<p>Kom\u00eena F\u00eelm a Rojava ist bei Facebook und Twitter:<\/p>\n\n\n\n<p>FB: Kom\u00eena F\u00eelm a Rojava<\/p>\n\n\n\n<p>Twitter: @KominaFilm<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>18.12.2018 Wir verbringen den Nachmittag im Haus der Filmkommune in Ser\u00eakaniy\u00ea. Es gibt einen gr\u00fcnen Innenhof mit Granat\u00e4pfelb\u00e4umen und alte Kinostuhlreihen dienen als Sitzgelegenheiten in der Mitte des kleinen Gartens. 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