{"id":732,"date":"2022-08-24T14:32:37","date_gmt":"2022-08-24T12:32:37","guid":{"rendered":"https:\/\/gemeinsam-kaempfen.de\/?p=732"},"modified":"2022-08-24T14:32:37","modified_gmt":"2022-08-24T12:32:37","slug":"women-defend-rojava-deutschland-schweiz-und-gemeinsam-kaempfen-fuer-selbstbestimmung-und-demokratische-autonomie-zu-covid-19-in-nord-und-ostsyrien-rojava","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gemeinsam-kaempfen.de\/?p=732","title":{"rendered":"Women Defend Rojava Deutschland &#038; Schweiz und \u201eGemeinsam k\u00e4mpfen! F\u00fcr Selbstbestimmung und Demokratische Autonomie\u201c zu Covid 19 in Nord- und Ostsyrien\/Rojava"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>11.04.2020<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Der Covid 19-Virus h\u00e4lt die Welt in Atem. Beim Sprechen dar\u00fcber f\u00e4llt es schwer, \u00fcberhaupt einen Anfang zu finden. Was bedeutet ein verantwortungsvoller Umgang in diesen Tagen und Wochen? Patriarchale Gewalt, Rassismus, Nationalismus, staatliche Repression und alle Missst\u00e4nde, gegen die wir k\u00e4mpfen, verschwinden durch Covid 19 nicht \u2013 vieles wird stattdessen noch verst\u00e4rkt. Die dramatische Klimakatastrophe ist vollkommen aus dem Blick geraten. All dem m\u00fcssen wir nun in einer Welt begegnen, in der wir r\u00e4umlichen Abstand voneinander halten m\u00fcssen und mehr auf uns selbst zur\u00fcckgeworfen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind schockiert \u00fcber die Zust\u00e4nde an den europ\u00e4ischen Grenzen. Der drohenden und schon beginnenden Katastrophe wird freien Lauf gelassen. Doch wir sind nicht \u00fcberrascht. Es ist die Fortsetzung leerer, mutloser Willensbekundungen, offener Menschenverachtung und dr\u00f6hnenden Schweigens gegen\u00fcber Zust\u00e4nden, die schon von Anfang an unhaltbar, aber immer staatlich gewollt waren. Wir stehen Schulter an Schulter gemeinsam mit den Menschen, die sich seit Wochen f\u00fcr die Evakuierung der Lager auf Lesbos einsetzen. Ein anderer Umgang mit einer solchen Situation ist m\u00f6glich!<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Krise verdeutlicht ein weiteres Mal: Das kapitalistische Patriarchat t\u00f6tet! Diese und alle zuk\u00fcnftigen Pandemien sind nichts Schicksalhaftes. Sie sind Ergebnis des Raubbaus an der Natur, der f\u00fcr legitim gehaltenen Unterwerfung alles Lebenden und dem Streben nach Profitmaximierung als oberstes Gut. Da sich diese Logik insbesondere gegen Frauen* richtet \u2013 sie unterwirft, sie t\u00f6tet, ihre Arbeit entwertet \u2013 sind unsere feministischen K\u00e4mpfe der Widerstand, auch und vor allem jetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Aufmerksamkeit und Sorge gilt auch Nord- und Ostsyrien, wo die Demokratische Autonomie-verwaltung wie so oft v\u00f6llig auf sich allein gestellt ist. Rojava ist nicht erst seit dem 9. Oktober 2019 dem Krieg Erdo\u011fans und seiner jihadistischen Partner mit der Billigung und sogar dem Auftrag der NATO-Staaten ausgesetzt. Dieser Tag markiert den Beginn einer aktuellen \u201ehei\u00dfen Phase\u201c in einem bereits jahrelangen Krieg gegen das Streben nach Freiheit \u2013 ein Zustand, der Rojava nun zu einer der gef\u00e4hrdetsten Regionen in der aktuellen Pandemie macht. Die 600.000 Binnen-Gefl\u00fcchteten, die die andauernde Aggression gegen die Region hervorgebracht hat, befinden sich in v\u00f6llig \u00fcberlasteten Camps in der Region, die die Bev\u00f6lkerung solidarisch unter hohem Zeitdruck und nahezu ohne Mittel aufgebaut hat \u2013 oder wurden von der Bev\u00f6lkerung in ihren H\u00e4usern aufgenommen, was aber nur in kleinen Teilen m\u00f6glich ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Der UN-Generalsekret\u00e4r Ant\u00f3nio Guterres rief angesichts der Pandemie zu einem weltweiten Waffenstillstand auf. Diesem Aufruf sind die QSD (Demokratische Selbstverteidigungskr\u00e4fte) sofort gefolgt. Die Vorsitzende des Demokratischen Rates Syriens (MSD), Ilham Ehmed, fordert eine ernste Haltung der Weltgemeinschaft und Druck auf die Verantwortlichen in der T\u00fcrkei. Bei ihnen st\u00f6\u00dft der Appell weiterhin auf taube Ohren. Die H\u00e4ufigkeit, der Umfang und die Intensit\u00e4t der Besatzungsangriffe t\u00fcrkischer Truppen und jihadistischer Verb\u00fcndeter auf einzelne Regionen im nord- und ostsyrischen Autonomiegebiet haben sich in den letzten Wochen sogar weiter erh\u00f6ht.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon vor der Corona-Krise nutzte die T\u00fcrkei Wasser als Waffe. Doch anstatt wenigstens diese perfide Form der Kriegsf\u00fchrung unter den aktuellen Bedingungen zu stoppen, wird sie weiter vorangetrieben. Ein Wasserwerk wurde von der T\u00fcrkei aus vom Netz genommen, eine Anlage wurde k\u00fcrzlich durch gezielte Bombardierung der t\u00fcrkisch-jihadistischen Besatzungstruppen zerst\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu sagen, wie viele Infizierte oder sogar schon Todesopfer es aufgrund der Covid 19-Pandemie gibt, ist unm\u00f6glich. Denn in der gesamten Region gibt es keine Testm\u00f6glichkeit mehr. Das einzige Labor, das die Selbstverwaltung besa\u00df und welches diesen Test durchf\u00fchren k\u00f6nnte, befindet sich in der von der T\u00fcrkei besetzten Stadt Ser\u00eakaniy\u00ea (Ras al-Ain) und ist damit nicht mehr zug\u00e4nglich. Die Selbstverwaltung hat deswegen zwar selbst Tests entwickelt, diese zeigen aber keine endg\u00fcltig gesicherten Ergebnisse.<\/p>\n\n\n\n<p>Es mangelt an allem \u2013 au\u00dfer an Zusammenhalt, unerm\u00fcdlichem Lebenswillen und Widerstand. Allen widrigen Umst\u00e4nden zum Trotz sehen wir, wie in Nord- und Ostsyrien\/Rojava Dinge m\u00f6glich sind, die sonst in dieser Phase unm\u00f6glich erscheinen: Dem Gesundheitspersonal wurde die F\u00fchrung des Kommandos \u00fcbertragen \u2013 keinem Ministerium, nicht dem Milit\u00e4r oder der Polizei. Die Bev\u00f6lkerung ist dazu aufgerufen, ihnen beizustehen und sich an die beschlossenen Ma\u00dfnahmen zu halten. Au\u00dferdem sind Wasser und Strom seit dem 6. April f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung kostenlos.<\/p>\n\n\n\n<p>Das, was die Gesellschaften vor Ort leisten, ist bemerkenswert \u2013 handeln sie doch trotz Embargo und Krieg kollektiv und verantwortungsbewusst. Das ist ein Ergebnis jahrzehntelanger Auseinandersetzung damit, wie ein selbstbestimmtes Leben abseits staatlicher Logik aussehen kann. Es ist ein Ergebnis der Werte und Prinzipien, auf denen die gesellschaftliche Organisierung aufgebaut ist. Trotz der st\u00e4ndigen Bedrohung, trotz ausbleibender internationaler Anerkennung arbeiten die Menschen unerm\u00fcdlich am Aufbau einer befreiten, gleichberechtigten und \u00f6kologischen Gesellschaft. Wie schon so oft in den vergangenen Jahren zeigt die Demokratische Konf\u00f6deration Nord- und Ostsyrien\/Rojava Wege der Hoffnung auch f\u00fcr uns hier auf. Denn: \u201e(&#8230;) Hoffnungslosigkeit ist keine Option\u201c, wie Abdullah \u00d6calan, der Vordenker der Ideen, die dort umgesetzt werden, in Soziologie der Freiheit schreibt. So f\u00fchlen wir Freude und Optimismus mit all denjenigen, die Verantwortung gegen\u00fcber ihren Mitmenschen nicht verwechseln damit, bedingungslos dem Staat zu folgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind verbunden mit den Menschen weltweit, die sich nicht zum Schweigen bringen lassen. Wir finden andere und neue Wege, gegen Ungerechtigkeiten und f\u00fcr eine freie Gesellschaft zu k\u00e4mpfen. Wir gehen weiter auf die Stra\u00dfe, wir setzen die feministische Organisierung fort und wir k\u00fcmmern uns um uns. Wir sehen Chancen, die wir nutzen k\u00f6nnen gegen die autorit\u00e4re Formierung \u2013 lasst uns das gemeinsam tun! In Rojava und an all den anderen Orten, wo sich Widerst\u00e4ndige vereinen.<\/p>\n\n\n\n<p>Lasst uns das, wof\u00fcr die Rojava-Revolution und die vielen anderen K\u00e4mpfe stehen, verteidigen \u2013 egal, wo wir sind! Unsere Solidarit\u00e4t ist ungebrochen! Unser Wille und die Notwendigkeit, feministische, internationalistische Alternativen zum herrschenden System zu schaffen, ist gr\u00f6\u00dfer als je zuvor! Wir m\u00fcssen mehr denn je gemeinsam k\u00e4mpfen!<\/p>\n\n\n\n<p>Wir rufen euch dazu auf, den unerm\u00fcdlichen Kampf der Bev\u00f6lkerung Nord- und Ostsyriens zu unterst\u00fctzen, ihre gegenseitige Unterst\u00fctzung und Menschlichkeit wertzusch\u00e4tzen. Wenn ihr k\u00f6nnt, spendet an die feministischen Infrastrukturen vor Ort. Denn die Frauenbewegung und Organisationen wie die Frauenstiftung spielen in der Entwicklung einer kollektiven Alternative f\u00fcr die Gesellschaft in allen Bereichen wie Gesundheit, Bildung und \u00d6konomie eine Vorreiterrolle mit ihren Projekten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stiftung der Freien Frau in Syrien WJAS<\/strong><br><strong>Kurdistan Hilfe e.V., Hamburg\/ Deutschland<\/strong><br><strong>Bank: Hamburger Sparkasse, Germany<\/strong><br><strong>IBAN: DE40 2005 0550 1049 2227 04<\/strong><br><strong>BIC\/swift : HASPDEHHXXX<\/strong><br><strong>Stichwort: WJAS<\/strong><br><br><em>Die Kurdistan-Hilfe e.V. ist als gemeinn\u00fctziger Verein anerkannt. Spenden sind steuerlich absetzbar.<\/em><br><em>Bitte Adresse mit angeben.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Women Defend Rojava Deutschland &amp; Schweiz und \u201eGemeinsam k\u00e4mpfen! F\u00fcr Selbstbestimmung und Demokratische Autonomie\u201c<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>April 2020<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>11.04.2020 Der Covid 19-Virus h\u00e4lt die Welt in Atem. Beim Sprechen dar\u00fcber f\u00e4llt es schwer, \u00fcberhaupt einen Anfang zu finden. Was bedeutet ein verantwortungsvoller Umgang in diesen Tagen und Wochen? Patriarchale Gewalt, Rassismus, Nationalismus, staatliche Repression und alle Missst\u00e4nde, gegen die wir k\u00e4mpfen, verschwinden durch Covid 19 nicht \u2013 vieles wird stattdessen noch verst\u00e4rkt. 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