{"id":740,"date":"2022-08-24T14:36:13","date_gmt":"2022-08-24T12:36:13","guid":{"rendered":"https:\/\/gemeinsam-kaempfen.de\/?p=740"},"modified":"2022-08-24T14:36:13","modified_gmt":"2022-08-24T12:36:13","slug":"erklaerung-zum-aktionstag-healthcare-not-warfare-19-mai-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gemeinsam-kaempfen.de\/?p=740","title":{"rendered":"Erkl\u00e4rung zum Aktionstag &#8222;Healthcare Not Warfare&#8220;, 19. Mai 2020"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Am 10. April erschien es als Meldung in der Rubrik \u201eWas sonst so los ist\u201c, unter der die Tagesschau knapp gefasste Nachrichten neben dem allgegenw\u00e4rtigen Thema Covid 19 ver\u00f6ffentlicht. Zwischen dem Hinweis, Papst Franziskus begehe die traditionelle Kreuzweg-Prozession am Karfreitag ohne Pilger und der Wettervorhersage war zu lesen: \u201eDie Bundesregierung hat im ersten Quartal 2020 R\u00fcstungsexporte in H\u00f6he von 1,16 Milliarden Euro genehmigt\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist an Zynismus kaum zu \u00fcberbieten. Ein Zustand, hinter dem hunderttausende Tote und Vertriebene, f\u00fcr uns nicht greifbares Leid und Elend stehen, ist nicht mehr wert als eine Randnotiz \u2013 \u201eWas sonst noch so passiert\u201c. F\u00fcr uns gleichbedeutend mit dem Wetter?<\/p>\n\n\n\n<p>Wir leben in einer Welt, in der Covid 19 neue Realit\u00e4ten geschaffen, aber viele der grundlegenden Missst\u00e4nde, gegen die wir k\u00e4mpfen, nicht geschw\u00e4cht, sondern stattdessen noch verst\u00e4rkt hat. Unter der Coronapandemie wurde die ma\u00dfgeblich von Frauen* getragene Care-Arbeit als \u201esystemrelevant\u201c erkl\u00e4rt \u2013 doch f\u00fcr welches System?<\/p>\n\n\n\n<p>Das System, unter dem wir leben, ist das kapitalistische Patriarchat. Dieses System in all seinen Ausdrucksformen \u2013 Gewalt, Rassismus, Nationalismus und staatliche Repression, Ausbeutung und Zerst\u00f6rung von Natur und Umwelt und direkte Unterst\u00fctzung von Kriegen und dadurch direkte und indirekte Kriegsbeteiligungen weltweit \u2013 basiert auf der patriarchalen Logik von Unterdr\u00fcckung.<\/p>\n\n\n\n<p>Als krasser Ausdruck dieser Logik h\u00e4lt auch der Krieg des t\u00fcrkischen Faschismus unter Erdo\u011fan und seinen jihadistischen Verb\u00fcndeten unvermindert an. Er richtet sich gegen die befreiten Gebiete der Demokratischen Selbstverwaltung Nord- und Ostsyrien, gegen jede freiheitliche Kraft in der T\u00fcrkei selbst, gegen S\u00fcdkurdistan. Ein Vernichtungskrieg, ausgetragen auch mit Waffenlieferungen und immer mit der R\u00fcckendeckung der deutschen Bundesregierung.<\/p>\n\n\n\n<p>Von Anfang an ist auch dieser Angriff, wie jede Form der Aggression zuvor, insbesondere gegen die Errungenschaften der Rojava-Revolution als Revolution der Frau gerichtet. Denn der feministische Kampf ist die gr\u00f6\u00dfte Gefahr f\u00fcr die Mauern, die real und in den K\u00f6pfen gebaut werden. In diesem Kampf m\u00fcssen wir lernen, die Realit\u00e4t patriarchaler Logik auszuhalten und dabei allen Schmerz und Wut in eine Kraft des Widerstandes immer wieder zu entwickeln. Jetzt, in einer Phase, in der wir erste Erfahrungen gemacht haben, mit der Situation einer weltumspannenden Pandemie umzugehen, m\u00fcssen wir unseren gemeinsamen Kampf darin st\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir denken dabei an die Freund*innen in Rojava, deren Kampf uns Perspektive und Hoffnung gibt. Trotz der st\u00e4ndigen Bedrohung, trotz Embargo und ausbleibender internationaler Anerkennung arbeiten die Menschen unerm\u00fcdlich am Aufbau einer befreiten, gleichberechtigten und \u00f6kologischen Gesellschaft.<br>Wir denken an die Freund*innen in den Kandil-Bergen in Ba\u015f\u00fbr und im Camp Mexm\u00fbr, Nordirak, die immer und immer mehr Angriffen ausgesetzt sind. Wir denken an die Freund*innen in der T\u00fcrkei, die aus ihren gew\u00e4hlten \u00c4mtern enthoben, denen ihre Grundrechte verwehrt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihren Kampf um Befreiung, ihren Widerstand, k\u00f6nnen wir nur begreifen, wenn wir uns selbst ernst nehmen. Wenn wir uns und unsere K\u00e4mpfe kritisch betrachten und aus unserer Verschiedenheit St\u00e4rke gewinnen. Wir tragen individuell verschiedene Verantwortungen, verschiedene K\u00e4mpfe in uns. Doch wo immer wir uns spalten lassen, folgen wir der Logik des kapitalistischen Patriarchats. Wir m\u00fcssen nicht gleich sein, um f\u00fcr Gleiches zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute und hier stehen wir vereint in unseren Forderungen. Wir alle schweigen nicht zu den Waffendeals der Bundesrepublik Deutschland. Wir nehmen es nicht hin als blo\u00dfe Randnotiz in einer Gesellschaft, die mit anderen Dingen besch\u00e4ftigt ist. Wir sehen das System und die Struktur, die all dem zugrunde liegt \u2013 und wir werden nie aufh\u00f6ren, sie offenzulegen, auf sie zu zeigen, sie anzugreifen. Unsere Forderung heute lautet \u201eGesundheit statt Waffen!\u201c und wir werden sie weiter und weiter tragen. Wir lassen uns nicht entmutigen von den Angriffen, denen wir ausgesetzt sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir legen unser Vertrauen nicht in einen Staat, der die Kriegsindustrie \u00fcber die Gesundheit stellt, Profite \u00fcber Menschen. Wir arbeiten an unserer eigenen, selbstbestimmten und freiheitlichen Gesellschaft. Wir organisieren den feministischen Widerstand!<\/p>\n\n\n\n<p>Wir folgen den Feministas del Abya Yala, die sich in ihrer Botschaft zum 1. Mai dem multinationalen, grenz\u00fcberschreitenden, globalen feministischen Streik anschlie\u00dfen mit ihren Worten: \u201eWir haben keine Grenzen. Wir haben keine Angst. [\u2026] Wir sind Frauen, Lesben, Transvestiten, Transsexuelle, fl\u00fcchtende K\u00f6rper des Heteropatriarchats, welches wir bek\u00e4mpfen; wir schreien, wir denunzieren, wir erinnern, wir kn\u00fcpfen Netzwerke, wir k\u00f6nnen, trotz des Schmerzes, mit Freude leben, wir s\u00e4en Hoffnung und wir wissen zu lieben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Jin, Jiyan, Azad\u00ee!<br>Gegen jede Form von Unterdr\u00fcckung, f\u00fcr eine befreite Gesellschaft!<\/p>\n\n\n\n<p><em>Gemeinsam k\u00e4mpfen! F\u00fcr Selbstbestimmung und Demokratische Autonomie<\/em><br>19.05.2020<\/p>\n\n\n\n<p>Waffenexporte \u00fcber den Hamburger Hafen:<br><a href=\"http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btd\/19\/162\/1916251.pdf\">http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btd\/19\/162\/1916251.pdf<\/a><br><a href=\"http:\/\/dipbt.bundestag.de\/dip21\/btd\/19\/175\/1917538.pdf\">http:\/\/dipbt.bundestag.de\/dip21\/btd\/19\/175\/1917538.pdf<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/kleinwaffen-der-deutschen-ruestungsindustrie-exportwert-ueber-hamburger-hafen-20-fach-gestiegen\/25618734.html\">https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/kleinwaffen-der-deutschen-ruestungsindustrie-exportwert-ueber-hamburger-hafen-20-fach-gestiegen\/25618734.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Lage in Kurdistan<br><a href=\"https:\/\/anfdeutsch.com\/kurdistan\/tuerkische-luftwaffe-bombardiert-suedkurdische-siedlungsgebiete-19224\">https:\/\/anfdeutsch.com\/kurdistan\/tuerkische-luftwaffe-bombardiert-suedkurdische-siedlungsgebiete-19224<\/a><br><a href=\"https:\/\/anfdeutsch.com\/aktuelles\/proteste-gegen-zwangsverwalter-in-nordkurdistan-19220\">https:\/\/anfdeutsch.com\/aktuelles\/proteste-gegen-zwangsverwalter-in-nordkurdistan-19220<\/a><br><a href=\"https:\/\/womendefendrojava.net\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Kongra-Star-Der-Widerstand-der-Frauen-in-Nord-und-Ostsyrien-de36_compressed.pdf\">https:\/\/womendefendrojava.net\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Kongra-Star-Der-Widerstand-der-Frauen-in-Nord-und-Ostsyrien-de36_compressed.pdf<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 10. 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