{"id":759,"date":"2022-08-24T14:53:23","date_gmt":"2022-08-24T12:53:23","guid":{"rendered":"https:\/\/gemeinsam-kaempfen.de\/?p=759"},"modified":"2022-08-24T14:53:23","modified_gmt":"2022-08-24T12:53:23","slug":"feminismus-bedeutet-fuer-uns-auch-ja-zur-pkk-aufruf-zu-dezentralen-feministischen-aktionen-am-21-november-in-koeln-und-ueberall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gemeinsam-kaempfen.de\/?p=759","title":{"rendered":"Feminismus bedeutet f\u00fcr uns auch &#8222;Ja zur PKK!&#8220; &#8211; Aufruf zu dezentralen feministischen Aktionen am 21. November in K\u00f6ln und \u00fcberall!"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>20.11.2020<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Drei Jahre nach der Wende, in einer Zeit, in der Nicht-Deutsche massiv verfolgt und ermordet wurden, der sogenannte Westen seine vermeintlichen Werte der DDR \u00fcberst\u00fclpte, deutsche Panzer in der T\u00fcrkei Kurd*innen ermordeten, gingen in Deutschland 100.000 Menschen f\u00fcr eine friedliche L\u00f6sung der &#8222;Kurdenfrage&#8220; auf die Stra\u00dfe. In diesem Jahr, 1993, best\u00e4rkten die deutschen Beh\u00f6rden mit einer Entscheidung einmal wieder ihre rassistische Politik und ihren patriarchalen Bund mit dem t\u00fcrkischen Staat. Am 26. November 1993 erwirkte das Bundesinnenministerium das sogenannte PKK-Verbot, durch das von nun an auch kurdische Aktivist*innen in Deutschland verfolgt werden konnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Verbot zahlreicher kurdischer Organisationen und Symbole wurde eine demokratische Organisierung f\u00fcr die L\u00f6sung der kurdischen Frage und die Vermittlung der Ziele des kurdischen Frauenbefreiungskampfes massiv erschwert. Jegliches Einstehen f\u00fcr das Selbstbestimmungsrecht der Kurd*innen kann seitdem kriminalisiert werden. Lange Zeit wurde die \u00f6ffentliche Wahrnehmung der PKK von staatlich gelenkter Antipropaganda gepr\u00e4gt. Es wurde das Bild einer gewaltt\u00e4tigen, feudalen, terroristischen Organisation geschaffen &#8211; viele von uns sind mit&nbsp; diesem Bild aufgewachsen. Bis heute versperren diese Bilder den Blick auf eine Bewegung, die sich mit unersch\u00fctterlicher Hingabe,&nbsp; einer tiefgreifenden Philosophie und historischen Analyse, demokratischen Methoden und einem unb\u00e4ndigen Lebenswillen der Befreiung der Frauen verschrieben hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Die PKK-Bewegung hat kontinuierlich Frauen ausgebildet und ermutigt, Verantwortung in allen Bereichen der Gesellschaft zu \u00fcbernehmen. Mit dem Prinzip des Ko-Vorsitzes verbunden mit einer autonomen Frauenorganisierung, mit Frauenr\u00e4ten, Frauenkooperativen und der Jineoloj\u00ee (Wissenschaft der Frau und des freien Lebens) wurden grundlegende Elemente f\u00fcr die Entwicklung hin zu einer wirklich befreiten Gesellschaft aller geschaffen. Diese stellen durch&nbsp; ihre \u00f6kologische und basisdemokratische Ausrichtung eine reale Alternative zum kapitalistischen Patriarchat dar und sind nicht nur f\u00fcr ihre Ursprungsregion modellhaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Die PKK verk\u00f6rpert f\u00fcr uns die Utopie von einer geschlechterbefreiten, demokratischen, \u00f6kologischen und vielf\u00e4ltigen Gesellschaft. Die PKK und die Idee des demokratischen Konf\u00f6deralismus stehen f\u00fcr einen radikalen Frauenbefreiungskampf, der unz\u00e4hlige Heldinnen hervorgebracht&nbsp; hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit den Feststellungen \u201eKurdistan ist eine Kolonie!\u201c und \u201eDie Frau war die erste Kolonie!\u201c stehen die PKK und ihr Begr\u00fcnder Abdullah \u00d6calan f\u00fcr die Verbindung des Kampfes gegen Kolonialismus und Patriarchat. Dass \u201eeine Gesellschaft nur dann frei ist, wenn die Frauen darin frei sind\u201c, ist bei der PKK fest verankerte Praxis. Und genau das ist auch der Grund, warum sie von den Nationalstaaten, die den Status quo erhalten wollen, bek\u00e4mpft wird.<br>Zuletzt wurde mit der Frauenrevolution in Rojava ein bl\u00fchendes Beispiel der gelebten Utopie der kurdischen Frauenbewegung geschaffen und diese in einem aufopferungsvollen Kampf gegen&nbsp; dschihadistische Terrorgruppen verteidigt. Rojava schafft die Gewissheit, dass eine andere Welt m\u00f6glich ist, wenn wir daf\u00fcr einstehen. Diese Hoffnung s\u00e4t sich in alle freiheitsuchenden Herzen aus und ermutigt uns weiter zu k\u00e4mpfen. W\u00e4hrenddessen versucht&nbsp; der deutsche Staat weiterhin erfolglos mit seiner stumpfen Repressionspolitik den Kampf f\u00fcr ein freies Kurdistan und ein \u00f6kologisches, demokratisches und geschlechterbefreites Leben dort und auch hier zu unterdr\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade jetzt, in dieser krisenhaften Zeit mit ihren M\u00f6glichkeiten, aber auch Gefahren, sagen wir als Feminist*innen: PKK?! na klar!!!<\/p>\n\n\n\n<p>Auf Grund der aktuellen Lage der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Absage der bundesweiten Demonstration, rufen&nbsp; wir am 21.11.2020 alle Feminist*innen zu kreativen dezentralen Aktionen in Solidarit\u00e4t mit dem kurdischen Befreiungskampf und den Freundinnen der PKK auf! Lasst uns alle mit unserer vielf\u00e4ltigen Sch\u00f6nheit k\u00e4mpferisch und kreativ sein! Lasst uns am 21.11.2020 das Stadtbild ver\u00e4ndern und gemeinsam f\u00fcr die&nbsp; Aufhebung des PKK- Verbots k\u00e4mpfen, lasst uns der Verwirklichung unserer feministischen Utopie viele Denkm\u00e4ler bauen!<\/p>\n\n\n\n<p>Jin Jiyan Azad\u00ee!<\/p>\n\n\n\n<p>Verband der Frauen aus Kurdistan in Deutschland, YJK-E<br>WomenDefendRojava<br>Gemeinsam K\u00e4mpfen f\u00fcr Selbstbestimmung und Demokratische Autonomie<br>F*Streik K\u00f6ln<br>ABFAK Aktionsb\u00fcndnis Flint*-Antikapitalist*innen, K\u00f6ln<br>Denk radikal feministisch, K\u00f6ln<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>20.11.2020 Drei Jahre nach der Wende, in einer Zeit, in der Nicht-Deutsche massiv verfolgt und ermordet wurden, der sogenannte Westen seine vermeintlichen Werte der DDR \u00fcberst\u00fclpte, deutsche Panzer in der T\u00fcrkei Kurd*innen ermordeten, gingen in Deutschland 100.000 Menschen f\u00fcr eine friedliche L\u00f6sung der &#8222;Kurdenfrage&#8220; auf die Stra\u00dfe. 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