{"id":888,"date":"2022-09-04T15:19:42","date_gmt":"2022-09-04T13:19:42","guid":{"rendered":"https:\/\/gemeinsam-kaempfen.de\/?p=888"},"modified":"2022-09-04T15:19:42","modified_gmt":"2022-09-04T13:19:42","slug":"redebeitrag-auf-dem-rheinmetall-entwaffnen-camp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gemeinsam-kaempfen.de\/?p=888","title":{"rendered":"Redebeitrag auf dem Rheinmetall Entwaffnen Camp"},"content":{"rendered":"\n<p>Liebe Freund_innen, Genossinnen,&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>wir m\u00f6chten uns ganz vielem, was in den letzten Stunden gesagt wurde, anschlie\u00dfen und danken unseren Vorredner*innen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sp\u00fcren von allen Seiten, in jeder Sekunde unseres Lebens, dass wir uns bewegen m\u00fcssen. Die Welt brennt und sie tut es schon so lange, an so vielen Orten. Angez\u00fcndet von den Bomben in Mariupol, dem Giftgas in den Bergen Kurdistans, den Drohnen in Mexmur und den R\u00e4umpanzern in Chiapas. Die Welt steht in Brand vom Landraub f\u00fcr billige Schrottware, von der Vertreibung f\u00fcr rassistische Gro\u00dfmachtsphantasien und staatliche Grenzen, sie brennt von den K\u00f6rpern vergewaltigter Frauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Krieg war nie nur das, was uns als Krieg verkauft wird. Wenn durch Kassel die Panzer aus den Werken rollen &#8211; irgendwohin wo wir sie nicht mehr sehen m\u00fcssen &#8211; dann ist das die Spitze des Eisbergs. Wir m\u00fcssen nicht wiederholen, was all die Freund_innen vor uns heute gesagt haben, sondern wollen die Worte einer Freundin an euch richten, die heute vielleicht bei uns w\u00e4re, w\u00e4re sie nicht in den Bergen Kurdistans von t\u00fcrkischen Bomben ermordet worden.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<em>Wir befinden uns im Krieg. Das ist eine klare Sache, genauso ernst wie allt\u00e4glich. Das ist unser Leben, seitdem wir begonnen haben, nach etwas zu suchen, das wir nicht in unserer n\u00e4chsten N\u00e4he finden konnten, oder das wenigstens geglaubt haben. Und das ist aus diesem Krieg geworden: Es ist nicht leicht, heute an etwas zu glauben. Ich sch\u00e4tze, das ist zu einer Entschuldigung geworden \u2013 der Glaube.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Also, das hei\u00dft handeln, losgehen, etwas tun, in Bewegung sein, anstatt darauf zu warten, dass etwas vorbeikommt, das unsere idealistischen Anspr\u00fcche schon in jeder Hinsicht erf\u00fcllt, oder aber daran verzweifeln, dass dem nicht so ist, gar nicht so sein kann. Schon an dieser Stelle liegt ein Fehler vor. Denn der Punkt ist, dass unser Vorhaben unm\u00f6glich sein muss. Das Schlimmste ist, dass wir verlernt haben, den Weg zu gehen, den wir eigentlich f\u00fcr richtig halten. Wir lassen unsere Reflexe, unserer Rebellion zu folgen, absterben, weil wir zu sehr damit besch\u00e4ftigt sind, das Ergebnis eines potentiellen Kampfes zu berechnen. Wir machen uns sogar glauben, dass wir damit unseren Handlungen einen Wert geben.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Dabei aber entgeht uns die ehrliche Erfahrung eines Widerstandes der aus sich selbst Kraft sch\u00f6pft. Ein Wert entsteht immer im Kampf.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Wir r\u00e4umen uns zu sehr das Recht ein zu scheitern. An den Umst\u00e4nden, an uns selbst. Wir gefallen uns sogar in unseren Unf\u00e4higkeiten. Wir haben es so gelernt, um uns \u00fcberhaupt noch lieben zu k\u00f6nnen. F\u00fcr andere nennen wir es Verst\u00e4ndnis oder Mitgef\u00fchl. In Wirklichkeit nehmen wir uns damit selbst die Kraft zu irgend einem erfolgreichen Kampf. Wir berauben uns selbst unserer Radikalit\u00e4t.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Gegen uns wird Krieg gef\u00fchrt und das ist eine allt\u00e4gliche Tatsache. Nat\u00fcrlich tritt er in verschiedenen Formen auf. Das war schon immer so. Wie wir wissen, ist Gewalt ein beliebtes Mittel, das auch viele verschiedene Formen annimmt. Es sorgt daf\u00fcr, dass der Wille zur Ver\u00e4nderung gar nicht erst entsteht. Das funktioniert tats\u00e4chlich sehr gut. Also wie viele von uns k\u00f6nnen tats\u00e4chlich behaupten, etwas aufs Spiel zu setzen, zu opfern bereit zu sein?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Wenn wir gewinnen, ist das ein Sieg \u00fcber eine gro\u00dfe Depression. Zu K\u00e4mpfen bedeutet, gar nicht verlieren zu k\u00f6nnen, dass wir schon gewonnen haben, wenn wir wirklich zu k\u00e4mpfen beginnen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Dieser Krieg ist unser Krieg, unsere Verantwortung, unsere Entscheidung und unsere Entschlossenheit.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Warum also vergessen wir so leicht, dass wir uns im Krieg befinden?&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em>Es sind die Worte von Sarah Handelmann. Sie entschied sich 2017&nbsp; nach Rojava zu gehen. Dorthin wo versucht wird ein System aufzubauen, dass keinen Krieg braucht. Unter t\u00e4glichen Angriffen und mit tausenden Opfern. Dorthin, wo versucht wird, ein Leben aufzubauen, das endlich einen Weg aus Patriachat und Kapitalismus heraus findet. Denn sie sind der Bodensatz, aus dem all die schrecklichen Symptome entstehen, die wir sehen &#8211; wenn wir hinschauen. Mit den kurdischen Freund_innen &#8211; wie mit so vielen anderen Bewegungen weltweit &#8211; m\u00fcssen wir lernen, gemeinsam zu k\u00e4mpfen. Wir laden euch ein, das mit uns zusammen zu tun.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>F\u00fcr eine antifaschistische, feministische Zukunft!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>F\u00fcr das Leben!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Jin Jiyan Azadi.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Freund_innen, Genossinnen,&nbsp; wir m\u00f6chten uns ganz vielem, was in den letzten Stunden gesagt wurde, anschlie\u00dfen und danken unseren Vorredner*innen.&nbsp; Wir sp\u00fcren von allen Seiten, in jeder Sekunde unseres Lebens, dass wir uns bewegen m\u00fcssen. Die Welt brennt und sie tut es schon so lange, an so vielen Orten. 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