{"id":937,"date":"2022-12-29T19:38:12","date_gmt":"2022-12-29T18:38:12","guid":{"rendered":"https:\/\/gemeinsam-kaempfen.de\/?p=937"},"modified":"2022-12-29T19:38:13","modified_gmt":"2022-12-29T18:38:13","slug":"jin-jiyan-azadi-gemeinsam-verteidigen-wir-das-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gemeinsam-kaempfen.de\/?p=937","title":{"rendered":"<strong>JIN, JIYAN, AZAD\u00ce \u2013 gemeinsam verteidigen wir das Leben!<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p>In diesen Tagen n\u00e4hern wir uns dem Ende des Jahres 2022. 2022 war ein Jahr, in dem wir unsere feministische Vernetzung vertieft, unsere K\u00e4mpfe f\u00fcr Selbstbestimmung weiterentwickelt und unsere Entschlossenheit gest\u00e4rkt haben. Doch es war auch ein Jahr, das von der Zuspitzung globaler Machtk\u00e4mpfe und der Zunahme kriegerischer, patriarchaler Gewalt gepr\u00e4gt war.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die kurdische Freiheitsbewegung als Alternative zur patriarchalen Machtpolitik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die alten Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse, wie sie einst mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Hegemonie der USA in den 1990er Jahren entstanden sind, ver\u00e4ndern sich. Sie sind hart umk\u00e4mpft. Eine massive Eskalation dieses Machtkampfs, die f\u00fcr viele Menschen in Europa in diesem Jahr sichtbar war, ist der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. Dabei handelt es sich heute nicht mehr um einen Krieg zwischen zwei Systemen. <strong>Die Nationalstaaten, egal ob USA, Russland oder China, haben sich dem kapitalistisch-<\/strong><strong>patriarchalen<\/strong><strong> System versprochen. <\/strong>Die sozialistischen Versuche des 20. Jahrhunderts durch die Sowjetunion, China aber auch weitere realsozialistische Befreiungsbewegungen, die die Frage der Frauenbefreiung als Nebenwiderspruch behandelten, konnten ihre Versprechen auf Freiheit nicht einl\u00f6sen. Sie haben das patriarchale Grundproblem der Staatlichkeit nicht \u00fcberwunden, sie sind gescheitert und Teil des globalen, feminizidalen Systems geworden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Paradigma der kurdischen Freiheitsbewegung &#8211; der Demokratische Konf\u00f6deralismus &#8211; stellt sich dieser Machtlogik entschlossen entgegen. Es stellt den anti-patriarchalen Kampf f\u00fcr Frauenbefreiung in sein Zentrum und entwickelt damit das sozialistische Erbe der Menschheit weiter. <strong>Es ist der Befreiungskampf in Kurdistan mit den Vorschl\u00e4gen Abdullah \u00d6calans, der uns heute eine starke Zukunftsperspektive bietet. Die Parole Jin Jiyan Azad\u00ee ist dabei Ausdruck und Leitidee. <\/strong>Die \u201eFreien Berge Kurdistans\u201c sehen wir als Zentrum, in dem diese Perspektive seit den 1980er-Jahren fernab der kapitalistisch-patriarchalen Zentren von der Guerilla gelebt und weiterentwickelt wird. Die Selbstverwaltung Nord- und Ostsyriens, die seit der Revolution von Rojava 2012 umgesetzt wird, ist der Versuch die Philosophie eines freien Lebens in gesamtgesellschaftlicher Breite und Tiefe umzusetzen. In S\u00fcdkurdistan k\u00e4mpfen die Menschen vor allem in \u015eengal und Maxm\u00fbr f\u00fcr eine demokratische Gesellschaftsordnung. Die Aufst\u00e4nde in Rojhilat und dem Iran zeigen uns in den vergangenen Monaten, dass die K\u00e4mpfe f\u00fcr gesellschaftliche Befreiung, angef\u00fchrt von Frauen, Menschen weiterer unterdr\u00fcckter Geschlechter und Jugendlichen, nicht aufh\u00f6ren sich zu verbreiten. Und auch der Widerstand in den Gef\u00e4ngnissen in Bak\u00fbr und der T\u00fcrkei sind ein Symbol f\u00fcr die Unersch\u00fctterlichkeit und Lebenskraft dieser Ideen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Angriffe auf das freie Leben<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die kurdische Freiheitsbewegung ist ein gro\u00dfes Vorbild und Impulsgeberin f\u00fcr erfolgreiche, revolution\u00e4re und sozialistische Organisierung in der Gegenwart. Daf\u00fcr wird sie immer wieder auf brutalste Weise angegriffen. <\/strong>Das vergangene Jahr 2022 hat uns gezeigt, dass der Krieg zwischen verschiedenen Systemen und Lebensweisen &#8211; wir nennen sie die Kapitalistische und die Demokratische Moderne &#8211; im Mittleren Osten stattfindet und sein Zentrum in Kurdistan hat. Der Einsatz von Chemiewaffen und Giftgas gegen die Guerilla in den Freien Bergen Kurdistans durch die T\u00fcrkei ist Ausdruck seiner Intensit\u00e4t und Brutalit\u00e4t. Auch die Isolation Abdullah \u00d6calans f\u00fcgt sich in diesen Krieg ein. Die Angriffe auf die Revolution in Nord- und Ostsyrien haben sich im vergangenen Jahr ebenfalls weiter intensiviert. Afr\u00een, Ser\u00eakaniy\u00ea und Gir\u00ea Sp\u00ee stehen weiter unter Besatzung durch die T\u00fcrkei und ihrer islamistischen Verb\u00fcndeten. Dar\u00fcber hinaus stellt der Drohnenkrieg eine konstante Bedrohung der Gesellschaft vor Ort dar. Dass sich die Aggression gezielt gegen die Bev\u00f6lkerung Nord- und Ostsyriens richtet, wurde auch durch die Intensivierung der Angriffe im November sichtbar, als gezielt Schulen, Krankenh\u00e4user, Wasserwerke, Infrastruktur zur Energie- und Stromversorgung sowie Getreidesilos bombardiert und zerst\u00f6rt wurden. Die Repression und Folter in den Gef\u00e4ngnissen der T\u00fcrkei und im Iran und die gezielten T\u00f6tungen in S\u00fcdkurdistan sind ebenfalls Ausdruck des Kampfs gegen organisierte, demokratische Kr\u00e4fte. Im Iran kommt es immer wieder zu Hinrichtungen und aktuell droht bis zu 15.000 Menschen die Todesstrafe.<\/p>\n\n\n\n<p>Die j\u00fcngsten Angriffe sind eine Zuspitzung des fortw\u00e4hrenden Krieges gegen die kurdische Freiheitsbewegung und alle demokratischen Kr\u00e4fte im Mittleren Osten. Sie zeigen die Brutalit\u00e4t aber auch die Verzweiflung der involvierten Staaten im Kampf gegen die Befreiungsbewegung Kurdistans und damit im Kampf gegen eine anti-patriarchale und sozialistische Zukunftsperspektive der Gesellschaften. Waffenlieferungen an die T\u00fcrkei, die Listung der PKK als Terrororganisation, das Schweigen der internationalen Gemeinschaft, die \u00d6ffnung des Luftraums \u00fcber Nord- und Ostsyrien sowie dem Nordirak f\u00fcr die T\u00fcrkei und die internationalen Absprachen innerhalb von B\u00fcndnissen wie der NATO, der Shanghai-Gruppe oder G20 offenbaren die internationale Zusammenarbeit bei diesen Angriffen. <strong>Wir sehen weltweit den unerbittlichen Krieg der herrschaftlichen Kr\u00e4fte der Kapitalistischen Moderne gegen die freiheitsliebenden Kr\u00e4fte der Demokratischen Moderne.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Auch die Angriffe auf die Gesellschaft hier vor Ort in Deutschland<\/strong><strong> und Europa <\/strong><strong>versch\u00e4rfen sich.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Fast zehn Jahre nach dem Mord an Sakine Cans\u0131z, Leyla \u015eaylemez, Fidan Do\u011fan, ver\u00fcbte am 23. Dezember ein Mann franz\u00f6sischer Staatsangeh\u00f6rigkeit einen t\u00f6dlichen Anschlag auf KurdInnen im kurdischen Kulturzentrum, einem kurdischen Restaurant und Friseursalon in Paris. Nur einen Tag zuvor hat die Polizei in N\u00fcrnberg mehrere Privatwohnungen sowie das kurdische Zentrum durchsucht und einen langj\u00e4hrigen kurdischen Aktivisten festgenommen. <strong>Solange kurdische Selbstorganisierung, Selbstverteidigung sowie kurdisches Leben gef\u00e4hrdet und kriminalisiert und der Krieg gegen sie beschwiegen oder gar unterst\u00fctzt wird, tr\u00e4gt Europa klare Mitschuld an der systematischen und jahrzehntelangen Ermordung von Kurd:innen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die massive Aufr\u00fcstung, Militarisierung der Polizei sowie Versch\u00e4rfung von Polizeigesetzen, Einsparungen und K\u00fcrzungen im Gesundheitswesen sowie Schlie\u00dfungen \u00f6ffentlicher Gesundheitsinfrastruktur, die Privatisierung von Bildungsverantwortung auf Familien und insbesondere M\u00fctter w\u00e4hrend der Corona-Pandemie, die Zerst\u00f6rung der Lebensrealit\u00e4t in und von D\u00f6rfern und fruchtbarem Land, um fossile Energietr\u00e4ger zu gewinnen, Green-Washing statt L\u00f6sungen f\u00fcr die Klimakrise, eine fehlende Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr b\u00e4uerliches Leben und Arbeiten und gleichzeitig die steigenden Lebenshaltungs- und Heizkosten ohne gemeinschaftliche Auffang- und Ausgleichsmechanismen sind nur einige Beispiele daf\u00fcr, wie der kapitalistische Staat sein \u00dcberleben gegen Willen und Bed\u00fcrfnisse der Bev\u00f6lkerung versucht zu sichern.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Angriffe gegen organisierte \u00f6kologische K\u00e4mpfe wie in L\u00fctzerath, gegen migrantische Selbstorganisierung, wie die kurdischen Gesellschaftszentren oder gegen antifaschistische Strukturen, wie im Prozess gegen Lina, sind ebenfalls Ausdruck davon.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das 21. Jahrhundert als Jahrhundert der Frauenrevolution<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir sp\u00fcren und erkennen die tiefe Krise des Systems, in dem wir leben. Zeitgleich zeigt jeder Tag, der vergeht, deutlicher, welches Potential <strong>das 2<\/strong><strong>1. Jahrhundert als Jahrhundert der Frauenrevolution<\/strong> f\u00fcr uns birgt. Es kommt auf uns an, wie wir dieses nutzen werden. Ob mit Ni Una Menos in Abya Yala oder den Aufst\u00e4nden nach dem Tod von J\u00eena Mahsa Amini in Rojhilat &#8211; wohin wir auch schauen, \u00fcberall auf der Welt sehen wir, dass <strong>Frauen und Menschen weiterer unterdr\u00fcckter Geschlechter sowie Jugendliche den Kampf gegen das patriarchale und kapitalistische System anf\u00fchren.<\/strong> Mit ihren unterschiedlichen Organisationsformen und Identit\u00e4ten spielen sie \u00fcberall auf der Welt eine f\u00fchrende Rolle im Kampf gegen die kapitalistische Moderne. Wir sehen eine gro\u00dfe Suche nach Wahrheit, eine Suche nach Sinn, eine Suche nach einem gemeinschaftlichen und naturverbundenen Zusammenleben.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Staaten, transnationale Unternehmen und weitere Institutionen des unterdr\u00fcckenden Systems haben das Potenzial dieser K\u00e4mpfe erkannt. Mit einem Green New Deal wird versucht eine L\u00f6sung f\u00fcr die Klimakrise innerhalb des Systems zu finden. Doch auch die &#8222;nachhaltigsten&#8220; Werbekampagnen k\u00f6nnen das gest\u00f6rte Mensch-Natur-Verh\u00e4ltnis nicht zurecht retuschieren. Es ist ein Ergebnis der k\u00e4mpfenden Frauen und Menschen weiterer unterdr\u00fcckter Geschlechter vor uns, dass sich die Repr\u00e4sentant:innen des kapitalistischen Patriarchats mit der Strahlkraft des Kampfes f\u00fcr Geschlechterbefreiung auseinandersetzen m\u00fcssen. <strong>Dabei versuchen sie, die Krise des Systems mit der Aneignung feministischer K\u00e4mpfe zu \u00fcberwinden.<\/strong> Der Liberalismus und die Methode der Vereinnahmung sind dabei wesentliche Strategien, mit denen versucht wird unsere Ideen und Konzepte von ihrem Kern zu entfremden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn der deutsche Staat, der eine zentrale Rolle in der Neuordnung der kapitalistisch-patriarchalen Machtordnung einnimmt, seine Au\u00dfenpolitik als feministisch bezeichnet, ist dies nichts als ein Versuch seine gewaltvolle Politik unter einer anderen Maske zu verstecken. Wenn Regierungsmitglieder sich mit der Parole Jin, Jiyan, Azad\u00ee schm\u00fccken, ist dies keine Solidarit\u00e4t, sondern eine Kampfansage gegen uns. Wenn uns eingeredet wird, Klatschen w\u00e4re das geeignete Mittel um den Arbeiter:innen in der Pflege Anerkennung zu schenken, ist dies eine Methode des Staates, um ihre gewinnorientierte Politik durchzusetzen. Wenn Annalena Baerbock sich f\u00fcr die R\u00fcckgabe von Bronzefiguren an die Regierung Nigerias hochleben l\u00e4sst, w\u00e4hrend eine Sammelabschiebung aus Deutschland nach Nigeria stattfindet, ist dies eine verlogene Weiterf\u00fchrung der rassistischen und kolonialen Interessenpolitik. Mit der neuen deutschen Bundesregierung, die im vergangenen Jahr ihr einj\u00e4hriges Bestehen feierte, wurde verst\u00e4rkt versucht unseren Kampf f\u00fcr Geschlechterbefreiung und Gerechtigkeit in ihre neoliberale Politik zu integrieren. Dem m\u00fcssen wir uns entschlossen entgegenstellen und gemeinsam unseren Kern finden, vom dem aus wir eine starke Widerstandskraft entwickeln k\u00f6nnen. <strong>Wir bekr\u00e4ftigen unsere Zusage zu einem radikalen und ganzheitlichen feministischen Kampf.<\/strong> Wir wissen, dass ein anti-patriarchaler Kampf die Probleme an der Wurzel anpacken und zu Selbstorganisierung f\u00fchren muss. Reformen und reine Lippenbekenntnisse werden unsere Ziele nicht verwirklichen. Unser Widerstand ist anti-patriarchal und damit antikolonial, antistaatlich und antikapitalistisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sehen auch, dass sich viele unterschiedliche Diaspora-Gemeinschaften und weitere ausgegrenzte Minderheiten Sprecher:innenpositionen erarbeitet, unterschiedliche Lebensrealit\u00e4ten sichtbar gemacht und Rechte erk\u00e4mpft haben. Wir haben Rassismus in Deutschland zu einem Thema gemacht, dem sich aktuell kaum entzogen werden kann. Immer wieder steht auch dieses Freiheits- und Gerechtigkeitsstreben Vereinnahmungsversuchen durch Staat und Kapitalismus gegen\u00fcber. <strong>In der n\u00e4chsten Zeit wird es darauf ankommen die Erfolge zu verstetigen und zu vertiefen, stabilere Allianzen aufzubauen und ein breites anti-koloniales und anti-imperialistisches gesellschaftliches Bewusstsein durchzusetzen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Parole Jin Jiyan Azad\u00ee ist Ausdruck und Leitidee unserer K\u00e4mpfe<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Isolationshaft von Abdullah \u00d6calan, die 1999 unter Beteiligung von 36 Staaten durchgesetzt wurde, zeigt den tats\u00e4chlichen Umgang der internationalen Staatengemeinschaft mit dem Kampf f\u00fcr Selbstbestimmung. Denn Abdullah \u00d6calan hat ein anti-patriarchales Paradigma geschaffen, das eine L\u00f6sung f\u00fcr Probleme von Gesellschaften weltweit darstellt. Daf\u00fcr wurde er verhaftet, daf\u00fcr wird er isoliert. Seine Haftbedingungen in \u0130mral\u0131 sind der Versuch, seine Ideen und das Freiheitsstreben des kurdischen Volkes zu isolieren. Das vergangene Jahr war davon gepr\u00e4gt, dass es nicht ein einziges Lebenszeichen von ihm gab. Das versetzt uns in tiefe Sorge. Die Freiheit von Abdullah \u00d6calan bedeutet f\u00fcr uns die Freiheit seiner Ideen und damit eine L\u00f6sung f\u00fcr die gesellschaftlichen Probleme unserer Zeit. <strong>Unser Einsatz f\u00fcr seine Freiheit ist deswegen ein zentraler Bestandteil in unserer Organisierung zum Aufbau einer anti-patriarchalen Zukunft.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Es ist eine wichtige Entwicklung, dass auch M\u00e4nner ihren Weg zur Freiheit im Kampf der Frauen und Menschen weiterer unterdr\u00fcckter Geschlechter sehen. <\/strong>Wir sehen viele M\u00e4nner, die aufstehen und beharrlich Jin, Jiyan, Azad\u00ee rufen. In Zukunft wird es darauf ankommen, Perspektiven zur \u00dcberwindung der dominanten M\u00e4nnlichkeit in der gesamten Gesellschaft voranzutreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Abdullah \u00d6calan hat die Parole Jin, Jiyan, Azad\u00ee als globale Perspektive formuliert. <strong>Rojava ist ein konkretes Beispiel lebendiger Selbstverwaltung der Bev\u00f6lkerung in einem staatsbefreiten Gebieten.<\/strong> Die Gesellschaft und das Bewusstsein der Menschen werden durch den Aufbau von R\u00e4ten, Kommunen, Akademien und Kooperativen gest\u00e4rkt. So wurde der Widerstandsgeist organisiert, der sich weder vom sogenannten \u201eIslamischen Staat (IS)\u201c noch von imperialistischen Angriffen durch Staaten bezwingen l\u00e4sst. Ausgehend von der kurdischen Freiheitsbewegung und Rojava verbreitet sich die Lebensphilosophie Jin Jiyan, Azad\u00ee nach Rojhilat und in die gesamte Welt. Sie ist zur Melodie der freien Menschen geworden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Den Weltfrauenkonf\u00f6deralismus aufbauen!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Von Abya Yala bis Rojava, von Belutschistan \u00fcber Kaschmir bis zu den Philippinen, vom Sudan bis Deutschland: Wann und wo auch immer eine von uns durch das patriarchale System angegriffen wird, f\u00fchren wir unseren Kampf f\u00fcr ein freies, gleichberechtigtes und demokratisches Leben entschlossen fort. Jeder Tag, der vergeht, zeigt deutlicher, welches Potential das 21. Jahrhundert als Jahrhundert der Frauenrevolution f\u00fcr uns birgt. Es kommt auf uns an, wie wir dieses nutzen werden<strong>. Wir m\u00fcssen unsere Frauenrevolte in diesen Zeiten auf eine neue Stufe der Organisierung heben. <\/strong>Sonst bleibt sie nur eine Revolte, die weder den Menschen ihre Freiheitsrechte gibt, noch Staaten, Kapitalismus und dominante M\u00e4nnlichkeit \u00fcberwindet. Es ist an der Zeit unsere vielf\u00e4ltigen Erfahrungen und Analysen auf ideologischer, organisatorischer und politischer Ebene zusammenzubringen. Es geht um die Schaffung einer neuen Lebensweise und eines gesellschaftlichen Miteinanders auf der Grundlage der Prinzipien der Geschlechterbefreiung. Wie wir diese verwirklichen k\u00f6nnen, haben wir bei der zweiten Weltfrauenkonferenz \u201cUnsere Revolution: Das Leben befreien\u201d Anfang November 2022 in Berlin diskutiert. Im Sinne des Weltfrauenkonf\u00f6deralismus wollen wir unser Netz der Rebellion weiter weben. <strong>Mit dem Weltfrauenkonf\u00f6deralismus k\u00f6nnen wir eine Anti-Staats- und damit Anti-Kriegsallianz aufbauen. <\/strong>Wir brauchen diese, um der weltweit zunehmenden patriarchalen, feminizidalen und kriegerischen Gewalt etwas entgegenzusetzen. Gleichzeitig ist dieses dynamische Netzwerk die beste Form, unsere demokratische Diplomatie voranzutreiben und globale Probleme unseren Werten entsprechend gemeinsam zu l\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind \u00fcberzeugt, dass das Paradigma des Demokratischen Konf\u00f6deralismus sowie die Frauenbefreiungsideologie auch L\u00f6sungen f\u00fcr unsere Probleme hier vor Ort darstellen. Dabei ist und muss die autonome Organisierung von Frauen und Menschen weiterer unterdr\u00fcckter Geschlechter immer unser Ausgangspunkt sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Deswegen kommen wir als <em>Cen\u00ee &#8211; Kurdisches Frauenb\u00fcro f\u00fcr Frieden<\/em>, <em>Feministische Organisierung Gemeinsam K\u00e4mpfen f\u00fcr Selbstbestimmung und Demokratische Autonomie<\/em> sowie die feministische Kampagne <em>Women Defend Rojava<\/em> in dieser Erkl\u00e4rung zusammen, um unsere Perspektiven auf das vergangene und das kommende Jahr zu teilen. Wir sehen in der <strong>Verteidigung der Revolution in Kurdistan<\/strong> die Grundlage f\u00fcr einen gesellschaftlichen Aufbruch hier und einen <strong>gesellschaftlichen Aufbruch hier<\/strong> als Grundlage f\u00fcr die Verteidigung der Revolution in Kurdistan. Wir wollen <strong>im Sinne eines gelebten Internationalismus B\u00fcndnisse und Netzwerke aufbauen, die unsere K\u00e4mpfe verbinden und st\u00e4rken. <\/strong>Es ist unsere Aufgabe eine <strong>geeinte antikoloniale Kraft im Herzen Europas<\/strong> &#8211; einem Machtzentrum globaler Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung &#8211; aufzubauen. Wir sehen uns als Frauen und Menschen weiterer unterdr\u00fcckter Geschlechter neben der Jugend als <strong>Vorreiter:innenschaft einer globalen gesellschaftlichen Ver\u00e4nderung.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind uns bewusst &#8211; <strong>wir k\u00f6nnen nur frei sein, wenn alle frei sind<\/strong>. Das Jahr 2023 wird ein zentrales Jahr f\u00fcr die Entwicklungen in Kurdistan. In der T\u00fcrkei stehen Wahlen an und die Grenzziehungen im Mittleren Osten durch den Lausanner Vertrag j\u00e4hren sich zum 100. Mal. Das t\u00fcrkische Regime wird diese Ereignisse nutzen, um seinen Krieg gegen die Freiheitsbewegung Kurdistans zu intensivieren und die internationale Staatengemeinschaft wird es dabei unterst\u00fctzen. <strong>Doch auch wir sind bereit unseren Widerstand auf eine neue Ebene zu bringen. In internationalistischer Verbundenheit, organisierter Wut und feministischer Entschlossenheit. <\/strong>Lasst uns die Kraft eines neu anbrechenden Jahres nutzen, um zusammen zu kommen und unzerst\u00f6rbare Verbindungen aufzubauen!<\/p>\n\n\n\n<p>Jin, Jiyan, Azad\u00ee!<\/p>\n\n\n\n<p><em>Cen\u00ee &#8211; Kurdisches Frauenb\u00fcro f\u00fcr Frieden<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Women Defend Rojava Deutschland<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Gemeinsam K\u00e4mpfen &#8211; Feministische Organisierung f\u00fcr Selbstbestimmung und Demokratische Autonomie<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Zum Jahreswechsel 2022\/2023<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesen Tagen n\u00e4hern wir uns dem Ende des Jahres 2022. 2022 war ein Jahr, in dem wir unsere feministische Vernetzung vertieft, unsere K\u00e4mpfe f\u00fcr Selbstbestimmung weiterentwickelt und unsere Entschlossenheit gest\u00e4rkt haben. 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