Erklärung von Gemeinsam Kämpfen zur Veröffentlichung der Epstein-Akten
Die Epstein-Akten und alles, was darum herum passiert, zeigen uns, wie gewaltvoll das System ist, in dem wir leben. Es zeigt wie verachtend, toxisch und brutal Männer gegen Frauen und Kinder vorgehen. Und es zeigt, dass Macht und Einfluss diese Taten schützen.
Die Mörder, Vergewaltiger und Entführer rund um Epstein sind die Köpfe einer Denk- und Lebensweise, die wir als kapitalistisches Patriarchat bezeichnen. In den Akten bekommt ein System von Feminizid und Vergewaltigungskultur Gesichter: Jeffrey Epstein, Donald Trump, Bill Gates, Bill Clinton, Howard Lutnick, Elon Musk – aber auch Ghislaine Maxwell, Sarah Ferguson, Hillary Clinton oder Mona Juul. Ein System, das Täter schützt und Betroffene unterdrückt, vergewaltigt und ermordet.
Von Abdullah Öcalan haben wir gelernt: Eine Gesellschaft ist immer nur so frei, wie die Frauen in der Gesellschaft es sind. Die Epstein-Akten müssen uns die Augen öffnen. Wir müssen verstehen, dass uns die Politik dieser Täter nicht schützen kann. Dass ihre Politik, ihr Einfluss und ihre Macht gewaltvoll sind – genau wie ihre Taten. Sie schützen nicht uns, sondern die Interessen von mächtigen Männern und damit eine menschen- und frauenverachtende Mentalität, die weltweit Gesellschaften vergiftet.
Ob wir wollen oder nicht: Diese Männer beeinflussen auch unsere Leben. Sie besetzen und/oder beeinflussen Regierungen und damit staatliche Politiken weltweit. Sie betreiben Social Media-Platformen, auf denen wir aktiv sind. Sie leiten Unternehmen, deren Produkt wir konsumieren.
Wir müssen Betroffenen vertrauen. Die Normalität des Verschwindens überwinden. Anzeichen von Gewalt nicht hinnehmen. Wir müssen unseren Schockzustand überwinden und die Ohnmacht zur Bewegung werden lassen. Wenn wir uns in unserer Fassungslosigkeit über diese Gewalt verbünden, wenn wir gemeinsam aufstehen und laut werden, kann niemand mehr so weiter machen wie zuvor. Denn die Täter brauchen unser Schweigen, um ihre Gewalt aufrecht
zu erhalten.
Menschen weltweit sind von der Veröffentlichung dieser Akten schockiert. Die Gewalt, die zahlreiche Kinder und Frauen über Jahrzehnte erleben mussten, ist für viele unvorstellbar. Doch auch gab es seit Jahren Frauen, die über die Netzwerke und Gewalaten Epsteins gesprochen haben. Ihnen wurde nicht geglaubt. Zahlreiche Kinder und Frauen sind über Jahrzehnte verschwunden. Doch viele Lücken wurden irgendwann akzeptiert. Es gab Indizien, es gab Beweise. Aber oftmals scheint es doch einfacher zu sein die Augen zu verschließen ansta sich mit der Brutalität, die uns umgibt, zu beschäftigen.
Wir machen da nicht mit! Lasst uns hinschauen, verstehen, uns zusammenschließen,
organisieren und uns gegen dieses frauen- und menschenverachtende System verteidigen.
Jin Jiyan Azadî!
Februar 2026
