
Aufruf der Kampagne Women Defend Rojava und der feministischen Organisierung Gemeinsam Kämpfen:
Frieden für ROJAVA und Freiheit für Abdullah Öcalan!
Niemals werden wir den Geist der Freiheit hinter Gittern akzeptieren!
Im Widerstand gegen Unterdrückung fordern wir, Seite an Seite mit unseren kurdischen Freundinnen und Freunden, die Freiheit von Abdullah Öcalan und sein uneingeschränktes Wirken im Friedensprozess in der Türkei, für Rojava, ganz Kurdistan und den ganzen Mittleren Osten.
Abdullah Öcalan, Philosoph, Vordenker der kurdischen Freiheitsbewegung, hat am 27. Februar 2025, mit dem Ziel den Krieg um die kurdische Frage in der Türkei zu beenden, einen historischen Aufruf an die PKK, an die Zivilgesellschaft und an den türkischen Staat veröffentlicht.
Darin ruft er zu einer neuen Phase des Friedens und der Demokratisierung auf. Für diese neue Ära einer demokratischen Gesellschaft in der Türkei und in Kurdistan, so betont er, ist es unumgänglich, dass alle bewaffneten Gruppen ihre Waffen niederlegen. In diesem Aufruf hat er die PKK dazu aufgefordert, sich aufzulösen und mit allen Möglichkeiten entschieden an einer Demokratisierung der Türkei zu arbeiten. Dafür muss der Staat den rechtlichen Rahmen einrichten.
Heute erleben wir einen Vernichtungsfeldzug gegen die Philosophie von Jin Jiyan Azadî (Frauen, Leben, Freiheit), die sich in der Frauenrevolution in Rojava trotz anhaltendem Kriegszustand entfaltet hat. Diese Frauenrevolution basiert auf der ungebrochenen praktischen, ideologischen und freundschaftlichen Unterstützung Abdullah Öcalans gegenüber den Frauen in Organisation und Gesellschaft.
Seine Verschleppung, 1999, kurz nach der Bekanntgabe der Prinzipien der Frauenbefreiung, sowie der Gründung der Frauenpartei, war auch ein Angriff auf diese Linie der Frauen, die er mit verteidigte.
Der internationale Komplott an dessen Ende Abdullah Öcalan von Kenia aus in die Türkei verschleppt wurde, war nur mit der Unterstützung der USA, Israel und etlicher europäischer Staaten gelingen. Auch Deutschland hat seinen Teil dazu beigetragen.
Wie 1999, kurz nach der Veröffentlichung der 5 Prinzipien der Frauenbefreiung, alsAbdullah Öcalan durch einen internationalen Komplottzur Vereitelung der Entfaltung der Philosophie der Freiheitsbewegung neue Form annahm. Damals wurde Abdullah Öcalans aus Kenia in die Türkei verschleppt und in Isolationshaft verbannt. Das konnte nur mit der Unterstützung der USA, Israel und etlicher europäischer Staaten gelingen. Auch Deutschland hat seinen Teil dazu beigetragen.
Auch in diesem Krieg, der aktuell gegen die demokratische Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien geführt wird, trägt Deutschland mit Verantwortung. Kanzler Merz hat den selbsternannten syrischen Interimspräsidentenden Al-Sharaah,auch als Al-Jolani bekannt, ein Islamist, langjähriger Kämpfer und Mitbegründer der Al-Nusra-Front in Syrien, nach Deutschland eingeladen. Damit legitimiert er die islamistischen Übergangsregierung in Syrien, die bereits ethnische Massaker gegen Alawit:innen und Drus:innen zu verantworten hat. Die EU verspracht dieser Regierung Anfang Januar zudem 620 Mio. Euro Unterstützung – zu einem Zeitpunkt als gerade in Aleppo Massaker gegen überwiegend kurdisch bewohnte, selbstverwaltete Stadtteile stattfanden.
Noch nie wurde die Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien ernsthaft von der internationalen Staatengemeinschaft unterstützt. Mit den kurdischen Selbstverteidigungseinheiten YPJ und YPG wurden sich nur zum Schein im Kampf gegen den IS verbündet. Nie wurden die europäischen IS Kämpfer nach Europa zurückgeholt. Nie wurde sich deutlich gegen die völkerrechtswidrigen Angriffe der Türkei gegen die demokratische Selbstverwaltung Nord- und Ostsyriens positioniert.
Die Revolution, die in Rojava lebt, ist aus den Samen der Freiheitsbewegung Kurdistans, deren politisch-philosophischen Ideen, aus dem Geist Abdullah Öcalans hervorgegangen.
Sie inspiriert uns und gibt uns Hoffnung. Niemals werden wir akzeptieren, dass Freiheit eingesperrt wird. Der Angriff auf die demokratische Selbstverwaltung, auf die Frauenrevolution in Rojava, ist auch ein Angriff auf die Bemühungen für einen Friedensprozess und Demokratisierung in der Türkei.
Abdullah Öcalan, selbst seit 27 Jahren in isolationshaft, hat sich für den Frieden und das aktuelle Abkommen eingesetzt. Seine Maxime beruht auf Dialog, denn dieser ist die Grundlage für den Übergang vom Konflikt zur politischen Lösung.
Seine Lösung ist universell, baut auf der Fähigkeit der Gesellschaften zu Lösungen der sozialen Probleme auf, und zählt sowohl für die politische Lösung der Kurdischen Frage in der Türkei als auch in Syrien.
Am 11.02.2026 wird im EU Parlament die Lage im Nordosten Syriens um die Gewalt gegen Zivilisten und um die Notwendigkeit der Aufrechterhaltung eines dauerhaften Waffenstillstands debattiert.
Über das Schweigen von Waffen muss nicht debattiert werden, das muss umgesetzt werden. Nach der Umsetzung muss es mit dem Dialog weiter gehen. Wir fordern die Anerkennung der Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien, einen Frieden im Sinne einer demokratischen Lösung für und durch die Gesellschaft, das bedeutet auch Selbstbestimmung für alle Volksgruppen und Religionen und vor allem für die Frauen Syriens.
Das Leiden und Töten muss sofort beendet werden. Kobanê muss sofort aus dem Würgegriff der Islamisten befreit werden. Es braucht unmittelbar humanitäre Hilfe.
Darum rufen wir alle freiheitsliebenden Menschen dazu auf:
Kommt mit nach Straßburg, lasst uns vereint den Geist der Freiheit verteidigen und die Freiheit Abdullah Öcalans fordern!
